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Ein Abschiedsbrief an meine Ängste

Bevor ich euch diesen sehr intimen Brief zum lesen gebe, möchte ich euch darüber informieren wie es dazu gekommen ist. Unsere bevorstehende Reise nächstes Jahr ist ein riesen Geschenk, ich weiß das und freue mich sehr. Aber seien wir uns doch mal ehrlich: Es macht mir manchmal auch eine scheiß Angst.

Mir ist es wichtig unsere Leser am vollen Spektrum unserer Entwicklung teilhaben zu lassen, und dazu gehört auch die dunkle Seite der Medaille. Stefan und ich haben so unsagbar viel Glück und haben wirklich das Gefühl auf dem richtigen Weg unseres Seelenplans zu sein. Trotzdem gibt es manchmal Momente des Zweifels, die sich in unsere Gedanken schleichen. Ich habe diese Momente erlebt und gespürt, angenommen und mich damit auseinandergesetzt. Herausgekommen ist dieser Brief, den ich in einem gefühlten Atemzug heruntergerattert habe. Ich habe nichts verändert, geschönt und gelöscht. Ich veröffentliche ihn, damit andere Menschen den Mut finden sich ihre Ängste einzugestehen und sich ihnen zu stellen. Es ist okay manchmal Angst zu haben, du musst nur wissen wie du damit umgehst. Das ist mein Weg:

 

Ein Abschiedsbrief an meine Ängste

 

Hallo Ängste, es gibt so viele von euch. Da sind manche, die hat wahrscheinlich jeder. Viele von denen die die meisten Menschen haben fehlen vielleicht. Aber ihr seid da, wie ein dunkler Fleck in meinem Kopf der sich ausbreitet. Mal mehr, mal weniger.

Ihr seid so lähmend, und ihr haltet mich von Dingen und vor allem Gedanken ab, die so viel schöner sind als ihr. Ich will euch nicht mehr, heute dürft ihr gehen.

Ich werde euch nun einzeln aufrufen und euch verabschieden, los geht’s

 

Verlustangst!

Ich hab manchmal Angst Menschen zu verlieren. Gar nicht so sehr Sachen. Ich denke vor allem an das kommende Jahr meiner Weltreise. Was wenn Stefan etwas passiert? Was wenn ich dann ganz alleine irgendwo stehe? Was wenn zu Hause irgendjemandem etwas passiert, und ich bin nicht da?

DU bringst mir nichts, Verlustangst. Ich kann diese Dinge nicht ändern, jedem kann an jedem Tag alles passieren, überall auf der Welt, oder eben auch nicht. Es gibt keine Sicherheit, nirgendwo. Bitte gehe und komm nie mehr wieder.

 

Ich replatziere an deiner Stelle Gelassenheit und Liebe, mit dem Urvertrauen dass alles genau so kommen wird wie es kommen soll. Vielen Dank!

 

Geldangst

Um Gottes Willen was machst du noch hier? „Was wenn ich auf unserer Reise kein Geld verdiene? Was wenn ich mein Erspartes aufbrauche und dann aufgrund von Geldnöten wieder nach Hause fahren muss?“ Ich kann so vieles so gut, ich bin in der Lage auf mindesten 1000 verschiedenen Wegen Geld zu verdienen, mehr als ich jemals ausgeben könnte. Bitte Geldangst, geh ganz schnell weg. Dich braucht wirklich kein Mensch.

 

Ich replatziere an deiner Stelle Fülle und Wohlstand, mit Urvertrauen dass das Universum nicht nur jede Lücke füllen wird, sondern sehr viel mehr für mich bereit hält!

 

Die Angst vor dem bösen schwarzen Mann!

Hallo, Angst vor dem bösen schwarzen Mann. Ich meine natürlich nicht den bösen schwarzen Mann, das ist eher eine Metapher. Gemeint ist die Angst davor, dass mir in irgendeinem fremden Land jemand etwas antun könnte. Du kommst vor allem von Mustern, Geschehnissen und Aussagen aus meiner Kindheit, Angst. Ausdrücke wie „Da solltest du auf keinen Fall hinreisen, da ist es zu gefährlich! Da werden Menschen auf der Straße bestohlen und Frauen bei Tageslicht entführt!“ Ja, solche Aussagen gibt es zu Genüge. Und auch wenn ich mir dann immer denke „Ach come on, die Menschen sind gut und du solltest einfach mal vertrauen!“ – bleibt da doch immer eine kleine Restangst, ein kleiner Restfunke von jeder dieser Aussagen, die sich wie Würmer in dein Unterbewusstsein bohren und irgendwo einnisten. Du kannst sie nicht immer sehen, aber sie sind da und zeigen sich in den unpassendsten Momenten.

Also, Angst vor dem bösen schwarzen Mann, es ist Zeit für dich die Biege zu machen!

 

Ich replatziere an deiner Stelle Liebe und Urvertrauen in die Menschheit, und die Gewissheit dass mir jeder etwas Gutes will, gewürzt mit einer Prise Respekt für fremde Kulturen.

 

Heimwehangst

Hallo Heimwehangst, du stinkst. Jetzt bin ich noch zu Hause und fühl mich so wohl, da mach ich mir schon Sorgen wie sehr ich was vermissen werde wenn ich nicht mehr da bin. Das ist echt die Höhe. Du weißt ganz genau dass ich mir mittlerweile schon total gut damit tu mich wo anders wohlzufühlen. So mit schlafen, aufs Klo gehen und alles! Ja, ich liebe mein zu Hause, aber ich hab mich ja aus vielen sehr guten Gründen dazu entschlossen fortzugehen, und mein zu Hause wird auf mich warten und mich egal wie lange ich weg bin mit weit offenen Armen empfangen. Egal ob meine Familie, meine Freunde, meine Katze oder meine Wohnung. Das ist nämlich alles zu Hause.

Ich finde echt du solltest dich vertschüssen Heimwehangst, Ciao!

 

Ich replatziere an deiner Stelle Glück, Dankbarkeit und Freude darüber, überhaupt die Möglichkeit zu haben in so ein unfassbar wunderschönes zuHause zurückkehren zu können.

 

Versagensangst

Hallo Versagensangst, du kommst zum Schluss dran, weil du bist echt das Letzte. Ich mach mir manchmal Sorgen darüber, mir selbst und anderen nicht gerecht werden zu können. Wahrscheinlich vor allem mir selbst. Da schaltet sich im übrigen das Ego dazu, das irgendwelche Sachen von einem erwartet die gar nicht notwendig sind. Ich will eine gute Freundin sein, und mir manchmal nicht anmerken lassen wenn alle die Ängste hochkommen die bereits genannt wurden. Aber das ist bullshit und ich weiß es. Ich darf verlertzlich sein und darüber sprechen. Versagensangst, du bist eine Illusion, dich sollte es eigentlich gar nicht geben. Sayonara.

 

Ich replatziere dich mit Selbstvertrauen und Selbstliebe, und der Gewissheit dass ich mich auf mich selbst verlassen kann, zu jeder Zeit an jedem Ort.

 

Das hat sich jetzt echt mega gut angefühlt, so gut dass die wichtigsten Essenzen nocheinmal zusammengefasst werden müssen, um sie mir so oft es geht in Erinnerung zu rufen!

  • Gelassenheit und Liebe, mit dem Urvertrauen dass alles genau so kommen wird wie es kommen soll.

 

  • Fülle und Wohlstand, mit Urvertrauen dass das Universum nicht nur jede Lücke füllen wird, sondern sehr viel mehr für mich bereit hält!

 

  • Liebe und Urvertrauen in die Menschheit, und die Gewissheit dass mir jeder etwas Gutes will

 

  • Glück, Dankbarkeit und Freude darüber, überhaupt die Möglichkeit zu haben in so ein unfassbar wunderschönes zuHause zurückkehren zu können.

 

  • Selbstvertrauen und Selbstliebe, und der Gewissheit dass ich mich auf mich selbst verlassen kann, zu jeder Zeit an jedem Ort.

 

Damit werde ich in Zukunft arbeiten, damit und mit nichts sonst. Danke! Und Gute Nacht.

3 Comments

  • Lady Cupcake

    Vielen Dank für diese Inspiration! Das Gefühl förmlich aufgefressen zu werden von eben diesen Ängsten kenne ich zu gut. Danke für deine Transparenz. Du sprichst mir aus der Seele. Danke für deinen Ressourcenorientierten Ansatz! Sehr kostbar, der Dunkelheit gleich ein wenig Licht hinzuzufügen. Mit Liebe und Urvertrauen lebt es sich glücklicher.

  • Jutta

    Die Gespräche mit unseren Ängsten, mit unseren Schwächen und dunklen Seiten finde ich so wertvoll und notwendig. Buchstäblich. Sie haben die Kraft unsere Not zu wenden.
    Danke fürs offene Teilen. Wie wunderbar, dass Du so mutig bist!
    Alles Gute für Dein bestes Leben aller Zeiten, liebe Julia!

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