Reiseblog

Warum Busreisen in Srilanka der beste Ausgleich zu Yoga und Meditation ist.

Julia und ich sind nun seit 3 Wochen auf Weltreise und bereits jetzt wissen wir genau warum wir uns dazu entschlossen haben den „sicheren“ Hafen zu verlassen. Warum du auch öfters vor die Tür solltest um mal das unerwartete zu erleben verrate ich dir in diesem Artikel.

 

Sri Lanka – ein Land in Entwicklung, so wie ich und vielleicht auch du gerade.

Mal ist es laut mal und mal ist es leise, mal entspannt und manchmal hektisch. Es geht auf und ab und die Kunst ist es selbst dabei in Balance zu bleiben. Gar nicht so leicht.

 

Unsere Reise startete nach einigen Tagen in Italien als wir am „Teardrop of India“, in Sri Lanka, angekommen sind und uns bereits ab der ersten Sekunde vom Leben schwierige Aufgaben auferlegt wurden. Nach dem Motto wer suchet der findet wurden wir ab dem ersten Tag mit Höhen und Tiefen konfrontiert auf die ich mich schon seit Monaten wieder freue. Diese Momente wenn du dich fragst – Warum das Ganze?

 

In den Momente in denen du unerwartete Aufgaben gestellt bekommst und es von allen Seiten „Zwickt“ und „Zwackt“ werden aus Samen Bäume wachsen, so ähnlich wie ein Diamant erst durch enorm viel Druck entstehen kann.

 

Warum Busfahren dein Leben verändern wird, wenn du dich traust.

30 Stunden Reise ohne zu schlafen, Hunger und wirklich dringend aufs Klo zu müssen sind schlechte Vorzeichen um von einem hektischen Srilankesen, im Trubel und der Hitze Colombos, in einen Bus verfrachtet zu werden, der uns innerhalb von zwei bis vier Stunden in den Süden bringen soll. Wenn man so lange nicht schläft wird man irgendwie langsam in seinen Entscheidungen und tendiert dazu auch noch die schlechtmöglichste Wahl zu treffen. Statt einer gemütlichen Zugfahrt in der ersten Klasse oder eines Expressbusses lässt man sich dann in einen überfüllten „Trödelbus“ stecken der die dicht befahrene Küstenstraße nimmt und in jedem Ort dreimal stehen bleibt. So sitzt man dann, eingequetscht zwischen zwei Srilankesen, schwitzend und mit verkrampften Blick und noch verkrampfterem Bauch um zuzusehen wie der Bus mit bis zu 100kmh durch die Ortschaften rast, Tuktuks überholt und regelmäßig aus einer einspurigen Fahrbahn zwei Spuren macht wo eigentlich kein Platz dafür ist. Trotzdem funktioniert es irgendwie und man übt sich darin anderen Menschen zu vertrauen. Solange man im Bus sitzt ist die Gefahr relativ gering wenn man weiß, dass jeder Busfahrer in Srilanka pro Jahr zwei Menschenleben auf dem Gewissen hat die nicht schnell genug zur Seite springen konnten.

Busfahren ist eng, laut, schweißtreibend und die Hände sehen danach aus als hätte man gerade in einer Mine stundenlang Kohle geschaufelt. In Srilanka müssen die Busbegleiter, die dir direkt im Bus auch die Fahrkarten für wenige Cent pro Strecke verkaufen, im früheren Leben professionelle Tetris Spieler gewesen sein so wie sie es immer wieder schaffen einen 50 Sitzer mit doppelten so vielen Menschen zu füllen. Leichter macht es auch der Umstand das in Sri Lankas Bussen, nicht so wie bei uns vier Stühle pro Reihe verbaut sind, sondern fünf. Für zwei große Menschen wie mich und Julia wird es da sowieso schnell eng und wenn du dann auch noch von links und rechts einen schlafenden Beisitzer an deiner Schulter lehnen hast dann wird’s auch recht schnell warm. Wenn dein Wohlfühlabstand zu fremden Menschen etwa eine Armlänge beträgt dann lernst du beim Busfahren hier auf der kleinen tropischen Insel recht schnell mit einer Daumenlänge Abstand zu leben. Retrospektiv klingt das alles schrecklich und viele Touristen meiden die Busse deshalb auch wie der Teufel das Weihwasser und nehmen lieber private Taxifahrer, aber ich spür schon wie der Druck von links und rechts den Rohdiamanten schleifen beginnt. Im Inland von Sri Lanka wird die Fahrt mit den bunt bemalten Kolossen, in denen du zumeist spannende Popsongs auf die Ohren geschmettert bekommst, noch ein größerer Nervenkitzel, wenn die Überholmanöver an den steil abfallenden Hängen der Teeplantagen deinen Puls nach oben treiben.

 

Mein Rat wenn du schon so entspannt wie ein Buddha durch den Tag fliegst und du in vollkommener Balance schwebst dann setz dich mal in Srilankas Busse und genieß den Verkehr. Keine Entspannung ohne Anspannung.

 

Schlussendlich hat unsere Busfahrt am ersten Tag dann nicht zwei und auch nicht vier Stunden gedauert sondern über sechs Stunden, aber wir sind gut angekommen und haben uns auf unser Bett und einen ruhigen Schlaf gefreut. Ob der Schlaf dann wirklich so ruhig war wie erwartet und wie man einen Pickeln im Gehörgang bekommt liest du im nächsten Artikel. 😉

 

Namaste und gute Nacht, Stefan

 

 

 

 

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